Metzlos-Gehaag und Jossa

Ortsgruppe Metzlos-Gehaag / Jossa – eine grenzübergreifende BI!

Emailadresse Gegenwind Metzlos-Gehaag und Jossa

News Mai 2015

Seit November 2013 läuft ein Genehmigungsantrag der hessenENERGIE (OVAG) für acht (8) Windkraftanlagen in der Werschbach.

Naturschutzverbände und Bürgerinitiative lehnen dieses Vorhaben von Anfang an ab, da es im und um das Planungsgebiet u. a. einen Schwerpunktraum von Rotmilanen gibt und Schwarzstörche das Gebiet als Nahrungshabitat aufsuchen, wozu sie den Höhenrücken überfliegen müssen.

Vor ca. zwei Jahren wurden vom Betreiber hessenENERGIE avifaunistische Gutachten in Auftrag gegeben und Ende März 2015 wurde dieser Genehmigungsantrag von acht (8) auf drei (3) Anlagen reduziert (Zum Vergrößern bitte auf die Karte klicken/klick to enlarge):WKA Planung Werschbach - Quelle Karte: Google Earth

WKA Planung Werschbach – Quelle Karte: Google Earth

Die BI wertet dies als Teilerfolg des Naturschutzes, weil die Vogelvorkommen seit Jahren kartiert und dokumentiert wurden. Trotz der Anlagenreduzierung lehnen die Naturschutzverbände dieses Projekt weiterhin ab.

Nach den Naturschutzgesetzen, dem Leitfaden „Berücksichtigung der Naturschutzbelange bei der Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen in Hessen“ vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sowie dem „Helgoländer Papier“ der Arbeitsgemeinschaft der Staatlichen Vogelschutzwarten dürften hier auch keine Anlagen geplant bzw. gebaut werden.

Vermutlich versucht der Betreiber hessenENERGIE mit dieser Reduzierung doch noch einen Fuß in die Tür zu bekommen und unter dem Deckmantel der Energiewende eine Genehmigung zu erreichen.

Die BI setzt sich auch weiterhin gegen die Planungen ein.

So sind auch die Abstände zu den ersten Einzelhöfen ab ca. 650 m viel zu gering.

Erfahrungen mit bereits stehenden 200m-Anlagen beweisen, dass die Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner in dieser Nähe sehr stark beeinträchtigt werden.

Derzeit wird in der Regionalplanung beim Regierungspräsidium Gießen darüber entschieden, ob das Gebiet weiterhin als Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen wird oder aus dem Plan gestrichen wird.

Auf Grund der gehäuften Vorkommen und der Abstände zu windkraftrelevanten Vogelarten dürfte nach unserer Meinung hier folgerichtig keine weitere Ausweisung als Windkraft-Vorranggebiet vorgenommen werden.

Unsere BI „Kein Windpark in der Werschbach“ hat inzwischen auch einen Offenen Brief an die Muttergesellschaft OVAG des Betreibers hessenENERGIE gerichtet, um an deren Verantwortung gegenüber der Natur und den Menschen vor Ort zu appellieren und den Betreiber zur Aufgabe des Projektes zu bewegen.

Über uns

Emailadresse Gegenwind Metzlos-Gehaag und Jossa

2013-09-14 um 11-01-28Ortsgruppe Metzlos-Gehaag / Jossa – eine grenzübergreifende BI!

Zwischen den beiden Ortsteilen Jossa (Gemeinde Hosenfeld, Kreis Fulda) und Metzlos-Gehaag (Gemeinde Grebenhain, Vogelsbergkreis) liegt die Kreisgrenze, gleichzeitig auch die Grenze der Regierungspräsidien Giessen und Kassel.
Auf ca. 4 km entlang dem Grenzkamm auf Vogelsberger Seite sollen nach dem Bekunden der Gemeinde Grebenhain zunächst 8 Windenergieanlagen von 200 Metern Höhe errichtet werden. Im Entwurf des Teilregionalplanes Energie Mittelhessen wurde ein entsprechendes Vorranggebiet ausgewiesen, welches sich im Bereich der „Werschbach“ befindet.

Gegen die Wind-Pläne wehren sich die Bürger auf beiden Seiten der Kreisgrenze:

gegenwindwebsite Kopie

Im Rahmen des Widerspruchs der BI Gegenwind-Vogelsberg, Ortsgruppe Metzlos-Gehaag und Jossa, gegen den Entwurf des Teilregionalplans Energie wurden die ersten 500 Unterschriften an das Regierungspräsidium Giessen übergeben. Weitere Listen liegen noch in anderen Ortsteilen Grebenhains und Hosenfelds aus und werden nachgereicht.

Das Votum ist eindeutig:
In Jossa unterschrieb ca. 95 % der wahlberechtigten Bevölkerung gegen die Windpark-Pläne, in Metzlos-Gehaag ca. 80 % der wahlberechtigten Bevölkerung.
Eine Fülle von weiteren Widersprüchen der Bürger und Vereine sind zudem an das Regierungspräsidium gerichtet worden.

Die Gründe sind schwerwiegend:

Zu geringe Abstände zu Wohnhäusern:

Gerade einmal 600 m entfernt stehen die ersten Einzelhöfe. Die geplanten 200 m hohen Anlagen sind im ganzen Vogelsberg noch nicht zu finden, die Beeinträchtigungen der Lebensqualität und die Gefahren für die Gesundheit der Bürger sind bislang weder untersucht noch in den Genehmigungsverfahren berücksichtigt worden. Die Beeinträchtigungen durch Lärm, Infraschall, Schattenschlag usw. werden noch wesentlich höher sein als bei niedrigeren Anlagen, unter denen viele Menschen in unserer Umgebung in der Nähe von Windkraftanlagen leiden. Wir Bürger fordern einen Mindestabstand von 3 km zu den Windkraftanlagen.

Fehlende Berücksichtigung des Natur- und Artenschutzes:

Im Einzugsgebiet der geplanten Windenergiefläche leben zahlreiche geschützte und gefährdete Tierarten. Wie z.B. etliche Rotmilane und Schwarzstörche. Das Regierungspräsidium wurde aufgefordert, diese Vorkommen bei der Ausweisung des Vorranggebietes bzw. bei Genehmigungsanträgen zu berücksichtigen. Dies ist umso wichtiger, als es sich bei dem Vorranggebiet um einen sehr schmalen Bereich handelt, der sich allerdings ca. 4 km entlang der Kreisgrenze entlangzieht und den gesamten Bergkamm für Überflüge von windkraftrelevanten Vogel- und Fledermausarten verriegelt bzw. diese tödlichen Gefahren aussetzt.

Starke Beeinträchtigung des Naherholungsgebietes:

Diese Verriegelung wird auch kritisch für das Naherholungsgebiet, welches sich zwischen Jossa und den geplanten Anlagen befindet. Mit viel Eigeninitiative und Geld sind in den vergangenen Jahrzehnten hier Wanderwege und Radfahrwege zwischen Landkreis Fulda und Vogelsberg sowie das Naherholungsgebiet Semerod mit Sportplatz, Hütte, Grillstelle, Kinderspielplatz und Toilettenanlagen entstanden. Das Gebiet und die Anlagen werden von vielen Bürgern, Vereinen und Firmen aus nah und fern rege genutzt und stellen eine wichtige Freizeit- und Begegnungsstätte in unserem strukturschwachen Gebiet dar. Besondere Bedeutung haben diese Anlagen für die Jugendarbeit.

Elf Wanderwege führen durch das ca. 4 km lange Vorranggebiet hinüber in den Vogelsberg, zwei Wanderwege laufen direkt in diesem entlang. Hier würde eine Verriegelung auf über 4 km Länge erfolgen. Eine Nutzung zu Erholungs- und Sportzwecken wäre hier nicht mehr möglich. Ebenso eine Nutzung des Naherholungsgebiets Semerod, das nur ca. 150 m von dem Windkraft- Vorranggebiet entfernt liegt.

Werteverlust der Immobilien:

Der Bau von Windenergieanlagen verursacht zudem einen enormen Werteverlust der Immobilien unserer Bürger. Der Verkauf einer Immobilie ist in unserem strukturschwachen Gebiet nicht einfach; mit einem Windpark in unmittelbarer Nähe würden viele Häuser sogar unverkäuflich werden. Viele Bürger, die in den letzten Jahren der Ruhe und Erholung wegen in unsere Gemeinden gezogen sind und Immobilien erworben haben, würden ihre Wahl nach eigenen Aussagen so nicht mehr treffen.

Umzingelung von Jossa:

Zudem kommt noch hinzu, dass Jossa durch weitere Planungen des Regierungspräsidiums Gießen im Süden (Weidenau und Freiensteinau) betroffen wäre, so dass der Ort praktisch von 3 Wind- Vorranggebieten umzingelt würde.

20130429-124746.jpgQuelle Lauterbacher Anzeiger